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Leitkriterien

Befindet sich eine Erkrankung im Inneren oder an der Oberfläche des Körpers, haben wir mehr Hitze (und sollten also im Sommer Melonen und kalten Joghurt essen) oder mehr Kälte (und sollten eher gegrillte Lammkotletts oder schon morgens warme Gemüsesuppe bevorzugen), gilt es Energiestaus (Fülle) zu entspannen oder Leere aufzufüllen?

Dies sind die ersten Schritte zu einer differenzierten Diagnose und auch zu hilfreichen Tricks für eine individuell gestaltete Lebensführung...

Innen oder aussen

Hier werden die Informationen der Anamnese dahingehend bewertet, ob der entscheidende energetische Prozess innen oder außen stattfindet, also in den inneren Organen oder an der Körperoberfläche, zu der hier auch die Energieleitbahnen zählen. Akute Erkrankungen finden meist außen statt, dies lässt sich z.B. an den Pulsen sehr gut erkennen.

So gäbe es bei einer akuten beginnenden Erkältung z.B. einen oberflächlichen gespannten Puls auf der rechten vorderen Pulsposition. Innere Erkrankungen müssen keine Organerkrankungen im westlichen Sinne sein, zunächst bedeutet innen hier, dass der Energiehaushalt und damit die energetische Funktion eines inneren Organs gestört ist, so z.B. bei Herzpalpitationen ohne organische Ursache.

Fülle oder Leere

Das nächste Leitkriterium ist Fülle oder Leere. Im Westen denken wir meist, Fülle bedeute viel, also gesund. Hier bedeutet Fülle allerdings nicht ein viel an physiologischer Energie, sondern einen Stau und ein noch genauer zu definierendes Missverhältnis verschiedener Energien oder eine Ansammlung pathogener Energie wie z.B. Stoffwechselschlacken oder Kälte etc..

Beispiel:

Bei einer Meniskusoperation dringt pathologische Kälte in die Leitbahnen am Knie ein und verursacht in den folgenden Monaten streng lokalisierte starke Schmerzen (hier „Kälte-Fülle-Schmerz“). Die Behandlung könnte im Moxen (Erwärmen) spezifischer Akupunkturpunkte und der Stärkung der den Leitbahnen entsprechenden Funktionskreise liegen.

Hitze oder Kälte

Folgen tun dann auch die Leitkriterien Hitze und Kälte. Eine bestimmte Wärmeentwicklung genauso wie kühlende Prozesse sind physiologisch, es geht also um übermäßige Hitze oder Kälte. Bei übermäßiger Kälte z.B. im Uterus könnten Zysten entstehen, bei übermäßiger Hitze im Magen eine Gastritis etc..

Hitze und Kälte können sowohl von außen eindringen, als auch sich von innen entwickeln.

Yin oder Yang

Die letzten beiden Leitkriterien sind dann Yin und Yang als übergeordnete Zusammenfassung einer dominierenden energetischen Situation.

Ein Mensch mit Wutanfällen, Herzrasen und Sodbrennen könnte in einer von Yang Energien geprägten Situation sein, ein Mensch mit Müdigkeit, wässrigen Durchfällen und Appetitlosigkeit in einer Yin dominierten energetischen Situation.

Etwas komplizierte, aber häufig anzutreffende Kombinationen wären folgende:

Ein sehr aktiver, dynamischer und charismatischer Mensch, der in seiner Freizeit unter starker Migräne leidet, könnte einen Yin-Mangel haben. Hier wären die kühlenden Yin-Kräfte soweit erschöpft, dass die aktiven Yang-Kräfte ständig heiß laufen. (und in den eigentlichen Ruhephasen im Körper ungebunden als Migräne nach oben schlagen). Genauso ein Klient bei dem nach einer Phase intensiver beruflicher Beanspruchung trockene Augen und rezidivierende Konjunktividen entstehen.

Die Pulse sind oberflächlich, fein und schnell und zeigen somit sowohl den Mangel an kühlender, nährender Yin-Substanz, als auch überschießendes Yang, was als Hitze zu den Augen aufsteigt. Die Behandlung besteht in der Ausleitung der lokalen Hitze und der Stärkung des Basis-Yin.

Das Neijing Tu, das „Bild der inneren Kreisläufe“ bildet symbolisch die inneren Energiekreisläufe im menschlichen Organismus ab und kann als Kontemplationsobjekt genutzt werden. So stehen z.B. die beiden Kinder im unteren Bildabschnitt für die beiden Nieren, von denen Energie durch die Wirbelsäule zu den Höhen des Gehirns aufsteigt.

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Für ein Vorgespräch oder einen Behandlungstermin erreichen Sie mich Montags bis Freitags von 8 bis 18 Uhr unter Telefon: 030 / 280 47 700


© 2018 | Praxis für chinesische Medizin - Aljoscha Lew Schümer